Kurz-Tipps 2013 - Evangelische Medienzentrale

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Kurz-Tipp

Foto: EZEF

Eine Giraffe im Regen

Animationsfilm von Pascale Hecquet
10 Minuten, Belgien/Frankreich 2012 – ohne Dialoge - DVD1356

Im fiktiven Ort Djambali hat nur der Königspalast genügend Wasser – hier sprudelt es in Fontänen, ergießt sich ins Schwimmbad, plätschert im Garten. Als eine empörte Giraffe kurzerhand die Leitung anbohrt, um Wasser für sich und ihre Pflanzen abzuzapfen, wird sie prompt des Landes verwiesen. Mittellos steht sie nun vor den Toren des Staates Mirzapolis, der ihr künftig das Leben schwer macht. Unverständliche Behördenbürokratie, das Wetter, das Essen, die anderen Tiere – alles völlig fremd. Doch die Giraffe zieht sich eine lilafarbene Pudelmütze auf, bindet den passenden Schal um ihren gepunkteten Hals und versucht, das Beste daraus zu machen. Regisseur Pascale Hecquet versteht es, mit seiner sympathischen Hauptfigur kindgerecht und anschaulich zu vermitteln, was es bedeutet, ein Leben auf der Flucht zu führen.
(ig)

Geeignet für: Schule - Kinder / Jugendarbeit

 

 

Kurz-Tipp

Foto: Katholisches Filmwerk

The King’s Speech

Spielfilm von Tom Hooper
118 Minuten, Großbritannien/Australien 2010 – DVD1277

Er bewegt seine Lippen, aber es kommt kein Ton heraus. Albert, Herzog von York, muss die Abschlussrede auf der Empire-Ausstellung im Londoner Wembley Stadium halten. Qualvoll lange Minuten warten das Publikum und Millionen von Menschen an den Radioempfängern auf die Fortsetzung der Rede. Als er endlich seine Stimme findet, purzeln die Buchstaben durcheinander, sind seine Worte schwer verständlich. Albert stottert. Seit seiner Kindheit kämpft er dagegen an, doch nichts hat dem zurückhaltenden Mann bislang geholfen. Dann trifft er einen neuen Therapeuten – dessen unorthodoxe Methoden zeigen überraschende Erfolge. Doch der Weg dorthin ist mühselig. Als Albert unerwartet Thronfolger wird steht er vor einer immensen Herausforderung: Vor dem Hintergrund des drohenden Ersten Weltkrieges soll er per Radioübertragung zu seinem Volk sprechen. Unterhaltsam und gleichzeitig berührend erzählt Regisseur Tom Hooper eine Geschichte von einer ungewöhnlichen Freundschaft und großem persönlichen Mut. Brillant besetzt mit Colin Firth, überzeugte der Schauspieler mit seiner facettenreichen und sensiblen Darstellung der Hauptfigur.
(ig)

Geeignet für: Schule - Erwachsenenarbeit - Filmreihe / Filmabend

 

 

Kurz-Tipp

Foto: Katholisches Filmwerk

Raju

Kurzspielfilm von Max Zähle
23 Minuten, Deutschland 2010 - teilw. OmU – DVD1708

Jan und Sarah sitzen aufgeregt und voller Vorfreude in einem Taxi in Indien. Endlich ist der Tag gekommen, an dem sie ihren Adoptivsohn aus einem Waisenhaus abholen können. Als sie den kleinen Raju in ihre Arme schließen sind sie überglücklich. Am nächsten Tag machen Jan und Raju einen Ausflug. Doch ein Moment der Unachtsamkeit und Raju ist plötzlich in den Menschenmassen verschwunden. Es beginnt eine zermürbende Suche nach dem Kind. Bei seinen Nachforschungen findet Jan heraus, dass sie auf die illegalen Machenschaften einer Vermittlungsagentur hereingefallen sind: Raju hat noch leibliche Eltern. Als der Fünfjährige unerwartet wieder auftaucht, will Sarah ihn in ein besseres Leben nach Deutschland mitnehmen. Doch Jan ist hin- und hergerissen. Der Film endet, wo er begann – im Taxi. Nur sitzen hier jetzt Raju und Jan allein. In Max Zähles spannend und atmosphärisch dicht erzähltem Film, stecken eine ganze Reihe von Themen – vom illegalen Kinderhandel über die Rechte der Kinder bis hin zu Gewissensentscheidungen.
(ig)

Während der Dreharbeiten wurde das Filmteam von zwei Journalisten begleitet, die anschließend verdeckt weiter recherchierten. Ihre danach veröffentlichte Reportage hatte politische Konsequenzen und führte dazu, dass zwei Kinderheime geschlossen wurden.

Geeignet für: Erwachsenenarbeit

 

 

Kurz-Tipp

Foto: ©KHM, Sarah Winkenstette

Sturmfrei

Kurzspielfilm von Sarah Winkenstette
10 Minuten, Deutschland 2010 – DVD1752

Sie haben zusammen gespielt, Unsinn angestellt, sich gestritten und wieder versöhnt. Seit sie denken können, sind die beiden Zwölfjährigen Anna und Tim befreundet. Auch heute tollen sie im Garten herum, freuen sich, dass sie „sturmfreie“ Bude haben. Und trotzdem ist dieser Tag plötzlich anders. Mit viel Gespür für leise Zwischentöne und atmosphärisch dicht erzählt Sarah Winkenstette die Geschichte einer Freundschaft und des Erwachsenwerdens. Sehr präzise fängt die Regisseurin den Moment der Veränderung ein, zeigt die unterschiedlichen Gefühlslagen, mit denen Anna ringt. Denn sie hat sich im Gegensatz zu Tim bereits einen Schritt von ihrer Kindheit verabschiedet. So geht Anna am Ende des Films mit ihren Freundinnen ins Kino - ohne Tim. „Es passt einfach nicht mehr“, sagt sie ein bisschen traurig.
(ig)

Geeignet für: Schule - Kinder / Jugendarbeit

 

 

Kurz-Tipp

Foto: Matthias-Film

Der Kleine und das Biest

Animationsfilm von Johannes Weiland und Uwe Heidschötter
7 Minuten, Deutschland 2009 – Online

Der kleine Haro hat es nicht leicht. Seine Mutter ist ein großes, haariges Biest mit Hörnern. Da wird der Einkauf im Supermarkt mitunter zu einer anstrengenden Angelegenheit. Seit sein Vater ausgezogen ist, hat sich das ganze Leben verändert. Haro muss sich um alles Mögliche alleine kümmern. Seine Mutter spielt nur noch lustlos mit ihm, sitzt häufig weinend am Tisch und zerreißt alte Fotos. Sie ist in ihrer eigenen Welt gefangen. Niemand weiß, wie lange so eine „Verbiesterung“ dauere, erklärt Haro. Es brauche Zeit und Geduld, viele schöne Sommertage, das Treffen mit einer alten Freundin. Und irgendwann, wenn man sich schon richtig an das Biest gewöhnt habe, dann verwandele es sich wieder in deine Mutter. Johannes Weiland und Uwe Heidschötter gelingt es, sehr einfühlsam und gleichzeitig augenzwinkernd die Geschichte einer Scheidungsfamilie aus der Perspektive des Kindes zu erzählen.
(ig)

Geeignet für: Schule - Kinder / Jugendarbeit - Erwachsenenarbeit

 

 

Kurz-Tipp

Foto: Matthias-Film

Gute Nacht, Carola

Von Jakob Hein, Kurt Krömer und Manuela Olten - Edition Bilderbuchkino
Dias mit Bilderbuch - L1278

Carola hat blonde Zöpfe, ein Lieblingskleid mit roten Blumen und würde am liebsten jeden Tag Hefeklöße mit Kirschen essen. Aber vor allen Dingen ist sie absolut furchtlos. Weder Dunkelheit noch riesige Hunde machen ihr Angst. „Wer sich nicht fürchtet hat mehr Zeit zum Spielen“, erklärt sie. Nicht einmal ein Monster, das unter ihrem Bett wohnt, bringt sie aus der Fassung. Neugierig versucht sie, das Wesen des Bösen zu ergründen. Das Monster hat allerdings Mühe, Carola das Böse begreiflich zu machen. Sie findet es eigentlich nur bockig und bringt das Ungeheuer zum Kichern. Damit hat das Böse endgültig verloren. Carola verpasst ihm einen richtigen Namen und wenn andere Kinder ihr erzählen, sie hätten etwas ganz Böses gesehen, dann beruhigt Carola sie. „Das kann nicht sein“, sagt sie dann. „Denn das Böse wohnt unter meinem Bett. Und eigentlich ist es ganz nett.“ Jakob Hein und Kurt Krömer erzählen ihre Geschichte mit Ernsthaftigkeit und Augenzwinkern, ergänzt von den pfiffigen Illustrationen Manuela Oltens. Selbst Erwachsene geraten dabei durchaus ins Schmunzeln, erinnern sich an eigene Schreckenserlebnisse.
(ig)

Geeignet für: Schule - Kinder / Jugendarbeit

 

 

Kurz-Tipp

Foto: Katholisches Filmwerk

Der Sohn von Rambow

Spielfilm von Garth Jennings
95 Minuten, Großbritannien/Frankreich/Deutschland 2007 – DVD1461

Es ist Sommer in England. Als Schulrabauke Lee Carter und der schüchterne Will Proudfoot aufeinandertreffen, ahnt keiner von beiden, dass dies der Beginn einer Freundschaft ist. Alles fängt mit einem zerbrochenen Goldfischglas und einer Raubkopie des Films „Rambo“ an. Letztere verändert das Leben des fantasievollen Will, der aus einer strenggläubigen Familie und einer Welt ohne Musik und Filme kommt, grundlegend. Mit einer Videokamera und Will in der Hauptrolle drehen die beiden Jungen ihre ganz eigene Version des Hollywoodstreifens – inklusive wilder Stunts. Regisseur Garth Jennings erzählt diese Geschichte mit viel Liebe zum Detail, witzigen Ideen und einer großen Sympathie für seine Figuren. „Der Sohn von Rambow“ ist zugleich ein äußerst unterhaltsamer Kinderfilm, der leise Zwischentöne nicht ausspart wie auch eine Hommage an das Filmemachen.
(ig)

Geeignet für: Schule - Kinder / Jugendarbeit

 

 

Kurz-Tipp

Foto: Matthias-Film

Tage mit Goldrand – Besuche bei einer alten Dame

Dokumentarfilm von Martin Buchholz
45 Minuten, Deutschland 2013 – DVD1797

„Das ist jetzt der berühmte Tag mit Goldrand“, begrüßt Frau Libbert erfreut Martin Buchholz, wenn der Filmemacher mal wieder überraschend bei ihr vor der Tür stand. Als Reporter hat dieser die pensionierte Sekretärin kennengelernt, als Freund nimmt er zum Schluss Abschied von ihr. Fünf Jahre hat die anfangs 97-Jährige mit ihm und seiner Kamera munter geplaudert. Von ihrer ersten Liebe erzählt, von ihrer Familie aber auch von dem Leben im Seniorenpflegeheim. Mit einem verschmitzten Blick und einer gehörigen Portion Pragmatismus schaut sie auf über ein Jahrhundert zurück. Stets hat Edith Libbert versucht, das Beste aus der jeweiligen Situation zu machen. Eine Lebenskünstlerin nennt Martin Buchholz sie. Mit ihrem Charme und ihrer Lebenslust begeistert sie nicht nur den Filmemacher – auch das Publikum hat die alte Dame schnell ins Herz geschlossen.
(ig)

Geeignet für: Schule - Erwachsenenarbeit

 

 

Kurz-Tipp

Foto: Katholisches Filmwerk

Le Havre

Spielfilm von Ari Kaurismäki
93 Minuten, Finnland/Frankreich 2011 – DVD1748
 
Marcel Marx redet nicht viel. Früher einmal Schriftsteller, lebt der sympathische Bohemien in der französischen Hafenstadt Le Havre inzwischen mehr schlecht als recht vom Schuheputzen. Als er durch einen Zufall auf ein afrikanisches Flüchtlingskind trifft, gerät sein ruhiges Leben alsbald durcheinander. Zudem plagt ihn die Sorge um seine schwerkranke Frau Arletty. Mit Hilfe seiner Nachbarn und Freunde aus dem Viertel gelingt es Marcel Marx, Idrissa zu verstecken. Der Junge kann schließlich auf ein Schiff mit Kurs nach England geschmuggelt werden, wo seine Mutter auf ihn wartet. Selbst der scheinbar kaltschnäuzige Kommissar drückt dabei ein Auge zu. Dass auch Arletty zum Schluss wieder gesund wird, ist hier nur folgerichtig.

Geeignet für: Erwachsenenarbeit - Seniorenarbeit - Filmreihe / Filmabend

 

 

Kurz-Tipp

Foto: Katholisches Filmwerk

Death of a Superhero - Am Ende eines viel zu kurzen Tages

Spielfilm von Ian FitzGibbon nach dem Roman von Anthony McCarten
94 Minuten, Irland/Deutschland 2011 – DVD1815

Es geht um existenzielles – die Liebe und den Tod. Denn Donald ist 15 Jahre alt und wird bald sterben. Seinen Ängsten und Wünschen verleiht der talentierte Jugendliche mit seinem Zeichenstift ein Gesicht. In düsteren Comicszenen kämpft sein Alter Ego, der Superheld, gegen seinen Todfeind. Geschickt baut der Regisseur dies als Animationssequenzen in die Handlung ein und überträgt den Stilmix der Romanvorlage auf die Leinwand. Doch Ian FitzGibbon erzählt im Grunde die Geschichte eines Erwachsenwerdens, für das Donald weniger Zeit hat als seine Freunde. Und hier gehört natürlich die Liebe hin. Donald verliebt sich in die unkonventionelle Shelly, die ihm Zuversicht und Kraft gibt. Wenn er am Ende stirbt ist das traurig aber wie sein Psychologenfreund an einer Stelle lakonisch sagt: „Der Tod gewinnt immer.“ Wichtig ist, wie man gelebt hat.
(ig)

Geeignet für: Schule - Kinder / Jugendarbeit - Erwachsenenarbeit

 

 

Kurz-Tipp

Foto: Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht gemeinnützige GmbH

Five Ways to Kill a Man

Kurzspielfilm von Christopher Bisset und Stephen Hitchcock
12 Minuten, Deutschland 2012 – DVD1812
 

Als Sam aufwacht, steht ein kleiner asiatischer Junge vor seinem Bett. „Oh, hallo, hast du die gemacht?“, fragt Sam und zeigt auf seine Schuhe. Im Laufe des Tages wird er noch andere Menschen aus fernen Ländern treffen, die in irgendeiner Art mit ihm in Verbindung stehen. Sei das über Nahrung, Kleidung oder Ressourcen. Mit einigen verbringt er einen netten gemeinsamen Tag. Doch am Ende steht die bittere Realität – Sam geleitet seine Gäste auf die Straße und befördert sie freundlich aber unnachgiebig in einen Müllwagen.
„Five ways to kill a man“ hat den Deutschen Menschenrechtsfilmpreis 2012 in der Kategorie Bildung gewonnen. „Jugendliche werden der Geschichte leicht irritiert, aber mit großem Interesse folgen“, schrieb die Jury in ihrer Begründung. „Sie werden vom Ende überrascht, vielleicht sogar schockiert sein. Sie werden diskutieren und Fragen aufwerfen: „Was haben diese Menschen mit mir zu tun? Löst mein Konsumverhalten ‘Kollateralschäden‘ aus, die ich billigend in Kauf nehme? Trage ich Verantwortung für die Ausbeutung in der globalisierten Welt? Und wenn ja, wie kann ich mit dieser Verantwortung umgehen?“ All diese Fragen provoziert der Film von Christopher Bisset, ebenso wie die unausgesprochene Aufforderung, sich zu informieren, sich eine eigene Meinung zu bilden und für Menschenrechte einzutreten.“
(ig)

Geeignet für: Schule - Kinder / Jugendarbeit - Erwachsenenarbeit

 

 

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