Kurz-Tipps 2011 - Evangelische Medienzentrale

Evangelische Medienzentrale

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Evangelische Medienzentrale Frankfurt

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Kurz-Tipp

Foto: Katholisches Filmwerk

Am Ende kommen Touristen

Spielfilm von Robert Thalheim
81 Minuten, Deutschland 2008 - DVD1417

Eigentlich wollte er nach Amsterdam, doch dann verschlägt es Sven nach Oswiecim zu Deutsch Auschwitz. In der Jugendbegegnungsstätte soll er seinen Zivildienst leisten und sich um Stanislaw Krzeminski, einen Überlebenden des Vernichtungslagers kümmern. Letzterer macht es ihm nicht leicht. Sven ist verunsichert, findet aber im Laufe des Films seinen Zugang zu dem geschichtsträchtigen Ort und den Menschen, die heute dort leben. Er verliebt sich in Ania, die eine neue polnische Generation verkörpert, die in die Zukunft blickt. Der Regisseur gibt mit seinem vielschichtigen, sensiblen Generationenporträt mehr Denkanstöße als Antworten. Er wirft einen kritischen Blick auf gängige Rituale des Gedenkens, die zu bloßen Gesten erstarrt scheinen. Gibt es eine „richtige“ Art, sich zu erinnern? Wer sich diese Frage stellt, ist sogleich inmitten der eigenen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.
(ig)

Geeignet für: Schule - Erwachsenenarbeit - Filmreihe / Filmabend

 

 

Kurz-Tipp

Foto: Ligua Video

Auf der Suche nach dem Gedächtnis - Der Hirnforscher Eric Kandel

Dokumentarfilm von Petra Seeger
95 Minuten OmU, Deutschland 2008 - DVD1498

Ein mitreißendes Lachen, unglaubliche Energie und ein nimmermüdes Interesse an der Frage warum der Mensch ist, wie er ist kennzeichnen Eric Kandel. Er wird gern Rockstar der Neurowissenschaften genannt, ist Nobelpreisträger und einer der bedeutendsten Hirnforscher des 20. Jahrhunderts. Petra Seeger hat mit ihrem Film „Auf der Suche nach dem Gedächtnis“ ein sehr persönliches Porträt des leidenschaftlichen Wissenschaftlers geschaffen. In Wien geboren, flieht Kandel vor dem Holocaust und emigriert mit neun Jahren in die USA. Diese Erfahrungen werden zur Grundlage seiner gesamten Arbeit. Die Regisseurin verwebt kunstvoll Kandels Suche nach den eigenen Wurzeln in Wien und New York mit Fakten aus der Wissenschaft und wirft damit einen Blick auf den Zusammenhang seiner Biografie und Forschung. „Ohne Erinnerung“, sagt Eric Kandel, „würden unsere Erfahrungen in ebenso viele Bruchstücke zersplittern, wie es Momente im Leben gibt. Wir sind, wer wir sind, auf Grund dessen, was wir lernen und woran wir uns erinnern.“
(ig)

Geeignet für: Erwachsenenarbeit - Seniorenarbeit - Filmreihe / Filmabend

 

 

Kurz-Tipp

Foto: Katholisches Filmwerk

Lisanne

Kurzspielfilm von Lars-Gunnar Lotz
18 Minuten, Deutschland 2005 - DVD1153

Lisanne ist ein junges Mädchen mit klaren Vorstellungen: Wenn sie auf eine Reise ans Meer nach Dänemark fährt, muss ihr Trampolin mit. Egal, wie oft ihr Bruder erklärt, dass es nicht in den Kofferraum passt. Lisanne ist eine 15-Jährige mit Down Syndrom. Das hindert sie aber keineswegs daran, ihren Kopf durchzusetzen. Als das Auto mit einem Motorschaden liegen bleibt, macht sie sich in einem unbeobachteten Moment kurzerhand auf zum nächsten Bahnhof. Dort hilft ihr jedoch niemand weiter und Lisanne verzweifelt immer mehr. Als ihr Bruder sie schließlich findet, sind beide erleichtert. Nun setzen sie die Reise gemeinsam mit dem Zug fort und Lisanne kann ihren großen Traum erfüllen. Der Kurzspielfilm von Lars-Gunnar Lotz ist ein kleines, feines Roadmovie, das etwas über Geschwisterliebe und Konflikte erzählt. Aber auch über die Sehnsüchte von Menschen, seien sie mit oder ohne Behinderung.
(ig)

Geeignet für: Schule - Kinder / Jugendarbeit - Erwachsenenarbeit

 

 

Kurz-Tipp

Foto: Katholisches Filmwerk

Fair Trade

Kurzspielfilm von Michael Dreher
15 Minuten, Deutschland/Marokko 2006 – DVD1230

Miriam macht einen Ausflug. Reist von Spanien für einen Tag nach Marokko. Eine gewöhnliche Touristin ist sie allerdings nicht. Sie kauft ein - ein Kind. „Geschäftspartner“ Nico arrangiert ein Treffen in einer Wohnung, damit sie das Baby und die Mutter sehen kann. Gerührt nimmt Miriam das kleine Mädchen auf den Arm, ist aber reichlich irritiert, als die weinende und schreiende Mutter ihr Kind ganz offensichtlich nicht hergeben will. Damit der Deal nicht platzt, redet Nico beschwichtigend auf Miriam ein. Am nächsten Tag soll das Baby in Spanien übergeben werden. Miriam fährt zurück. Nico kommt schließlich ohne Baby. Miriam ist froh und sagt: „Sie haben das Richtige getan, hier nehmen Sie das Geld für die Mutter.“ Nico schaut sie mit einer Mischung aus Erstaunen, Berührtsein und Beschämung an. Das Kind hat er bei der Überfahrt ins Meer geworfen, als sich ein Polizeischiff dem Boot näherte. „Fair Trade“ ist großes Kino im Kleinen. Eine Geschichte, die ihre Dramatik in der unspektakulären Erzählweise entfaltet. Und eine Geschichte, in der es um mehr als nur illegale Adoption geht: um Würde, Armut, Ungerechtigkeit und die Kommerzialisierung aller Lebensbereiche.
(ig)

Geeignet für: Erwachsenenarbeit

 

 

Kurz-Tipp

Foto: Katholisches Filmwerk

7 Brüder

Dokumentarfilm von Sebastian Winkels
86 Minuten, Deutschland 2003 – DVD1160

Ein leeres Studio, ein leerer Stuhl. Nacheinander nehmen sieben Männer jeweils darauf Platz, schauen in ihrer je eigenen Art in die Kamera, schweigen. Dann ist die stumme Vorstellungsrunde beendet und sieben Brüder reden die nächsten rund 86 Minuten ohne Unterlass. Immer einer nach dem anderen. Nichts an Requisite oder Dekoration lenkt von ihren Worten ab. Gemeinsam erzählen sie die Geschichte ihrer Familie aus Mühlheim an der Ruhr. Das tun sie auf unterhaltsame, ernste und nachdenkliche Art und Weise. Ohne Vorgaben kommt fast alles zur Sprache – von den Rangeleien in der Brüderhierarchie, den Kriegsjahren bis zur politischen Neuorientierung und den Berufswegen. Einer ist Schauspieler geworden, ein anderer Unternehmer; einer hat seine Karriere als Manager abgebrochen, um Theologie zu studieren und wieder ein anderer hat Bäcker gelernt. Sieben Lebenswege, die miteinander verwoben ein Stück deutscher Geschichte widerspiegeln.
(ig)

Geeignet für: Erwachsenenarbeit - Seniorenarbeit - Filmreihe / Filmabend

 

 

Kurz-Tipp

Foto: Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht gemeinnützige GmbH

The Danish Poet - Eine Liebesgeschichte

Animationsfilm von Torill Kove
15 Minuten, Dänemark 2008 – DVD1435

Ein dänischer Dichter in einer Schaffenskrise reist ins Nachbarland, um eine bekannte norwegische Schriftstellerin zu besuchen und sich dort die nötige Inspiration zu holen. Doch er kommt nie an. Er verliebt sich unterwegs in die schöne Bauerntochter Ingeborg. Diese ist allerdings einem anderen versprochen und so kehrt der Dichter sowohl traurig als auch mit neuer Schaffenskrise in seine Heimat zurück. Jahre vergehen bis die beiden sich zufällig bei der Beerdigung eben jener Schriftstellerin wiedersehen, bei der der Dichter nie ankam. Es braucht noch ein paar Irrungen und Wirrungen bis am Ende die Ich-Erzählerin erklärt, wie es zu ihrer Existenz gekommen ist. In nur 15 Minuten verpackt die Regisseurin große Themen mit spielerischer Leichtigkeit. „The Danish Poet“ ist mit seinen originellen Animationszeichnungen eine wunderbar erzählte, heitere Geschichte über Zufälle, Schicksal und den Wunsch der Menschen, zu verstehen, warum sie auf der Welt sind.
(ig)

Geeignet für: Schule - Kinder / Jugendarbeit - Erwachsenenarbeit

 

 

Kurz-Tipp

Foto: Filmsortiment

Damen und Herren ab 65

Dokumentarfilm von Lilo Mangelsdorff
67 Minuten, Deutschland 2002 – DVD1630

Sie kreisen mit den Hüften, drehen elegante Pirouetten, stapfen entschlossen quer über die Bühne – je nachdem, was die Regieanweisung verlangt. Das fällt mal leichter, mal schwerer. Aber die Damen und Herren ab 65, die Pina Bauschs berühmtes Stück „Kontakthof“ tanzen sind in jeder Hinsicht sehr beweglich. Sie alle haben sich auf ein Abenteuer eingelassen, das mitunter so schweißtreibend wie gewöhnungsbedürftig für sie ist. Und gleichzeitig aufregend, intensiv und begeisternd. Sie machen nicht nur Bekanntschaft mit dem modernen Tanztheater, sondern entdecken Ungeahntes in sich selbst. Lilo Mangelsdorff beobachtet mit ihrem Film die verschiedenen Stadien der Inszenierung. Dabei lässt sie immer wieder die Tänzerinnen und Tänzer zu Wort kommen. Entstanden ist ein berührender Dokumentarfilm, der sowohl den Protagonisten als auch dem Zuschauerinnen und Zuschauern immer wieder Momente des Glücks beschert.
(ig)

Geeignet für: Erwachsenenarbeit - Seniorenarbeit - Filmreihe / Filmabend

 

 

Kurz-Tipp

Foto: Katholisches Filmwerk

Steinfliegen

Animationsfilm von Anne Walther
14 Minuten, Deutschland 2009 – DVD1639

Ferdi hat einen Traum – er will unbedingt fliegen. Nun hat er zwar kleine Flügel, gehört aber zur Gattung der Steinfliegen. Und die sind schlicht zu schwer, um sich in luftige Höhen zu bewegen. Aber Ferdi lässt sich nicht entmutigen. Er zieht in die große weite Welt auf der Suche nach jemandem, der ihm das Fliegen beibringt. Alle Steine, die er befragt, geben ihm mehr oder weniger kluge Ratschläge, aber so richtig zum Ziel führt keiner. Als Ferdi sich schließlich erschöpft auf einer Wiese hinlegt, erfüllt sich sein Wunsch auf ungewöhnliche Weise. Wie, das soll an dieser Stelle nicht verraten werden. „Steinfliegen“ ist der Abschlussfilm der Regisseurin an der Kunsthochschule Kassel. Anne Walther versteht es, die Geschichte kindgerecht und mit verständlicher Dramaturgie zu erzählen.
(ig)

Geeignet für: Schule - Kinder / Jugendarbeit

 

 

Kurz-Tipp

Foto: EZEF

Hunger

Dokumentarfilm von Marcus Vetter und Karin Steinberger
115 Minuten, Deutschland 2010 – DVD1587

„Ich habe davon gehört, dass die Menschen in Europa morgens und abends essen. Und dann trinken sie noch Tee. Danach wird wieder gegessen“, sagt eine junge kenianische Frau mit leicht fassungslosem Staunen. Sie dagegen muss manchmal tagelang nur von Trockenfrüchten leben. Und es gibt keinen Tag, an dem sie wirklich satt wird. So wie ihr ergeht es vielen Menschen auf der Welt. Marcus Vetter und Karin Steinberger sind in fünf Ländern auf Spurensuche nach den Gründen für Hunger gegangen. Sie lassen ausschließlich die Menschen vor Ort selbst zu Wort kommen, verzichten auf Kommentare aus dem Off. Ihr Film bietet keine Lösungen an, sondern macht auf ein globales Problem aufmerksam. Zum Film gibt es eine Zusatz-DVD, die speziell für die Bildungsarbeit konzipiert ist. Sie enthält umfangreiches Material zu den Länder- und Themenschwerpunkten.
(ig)

Geeignet für: Schule - Kinder / Jugendarbeit - Erwachsenenarbeit

 

 

Kurz-Tipp

Foto: Katholisches Filmwerk

Aghet

Dokumentarfilm von Eric Friedler
93 Minuten, Deutschland 2010 – DVD1642

„Aghet“ ist armenisch und bedeutet schlicht „die Katastrophe“. In seinem Film erzählt Eric Friedler von einem in der Weltöffentlichkeit wenig präsenten und bis heute unaufgearbeiteten Kapitel der türkischen Geschichte: Dem Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich während des ersten Weltkriegs. Raphael Lemkin, Schöpfer der 1948 von der UN verabschiedeten Anti-Genozid-Konvention, bezeichnete ihn als den ersten systematisch ausgeführten Völkermord des 20. Jahrhunderts. Bis zu 1,5 Millionen Menschen starben dabei. Der Regisseur beschäftigt sich mit den politischen Motiven und findet eine kluge filmische Form Fakten zu vermitteln und gleichzeitig Menschen von damals eine Stimme zu verleihen. Mit Konzentration auf das Wesentliche lässt er in minimalistischer Inszenierung immer wieder bekannte Schauspielerinnen und Schauspieler aus Briefen und Dokumenten von Zeitzeugen zitieren. Nicht umsonst ist Eric Friedlers Dokumentation mehrfach ausgezeichnet worden.
(ig)

Geeignet für: Schule - Erwachsenenarbeit

 

 

Kurz-Tipp

Foto: Katholisches Filmwerk

Der kleine Nazi

Kurzspielfilm von Petra Lüschow
14 Minuten, Deutschland 2010 – DVD1645

Der Weihnachtsbaum wird geschmückt. Sorgfältig holen Oma und Enkel jede Kugel aus der Kiste und dekorieren die Zweige bis der Baum als Gesamtkunstwerk dasteht. Der Restfamilie verschlägt es bei Eintritt in das Wohnzimmer allerdings erst einmal die Sprache. Von der Tannenspitze hebt der Engel den Arm zum Hitlergruß und alle Kugeln zieren dicke Hakenkreuze. Besuch aus Israel ist schon im Treppenhaus unterwegs. Genügend Ingredienzien also für tumulthafte Entwicklungen. Petra Lüschows Film ist eine Komödie – es darf gelacht werden. Wer es nicht nur auf dieser Ebene belassen möchte, findet ebenso Stoff, um über Themen wie Vergangenheitsbewältigung oder Kommunikationsverhalten in einer Familie zu sprechen. Genauso gut lässt sich der Film als Anregung nehmen, um über Sinn und Bedeutung des christlichen Weihnachtsfestes jenseits von Ideologisierung nachzudenken.
(ig)

Geeignet für: Schule - Erwachsenenarbeit

 

 

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