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TV-Tipps Oktober

Donnerstag, 18.10.2018 - 19:40, Arte
Re: Leben bis zuletzt - Vom Umgang mit dem Tod 
Die 37-jährige Jana ist sterbenskrank, drei Chemo-Therapien haben keinen Erfolg gebracht. Jetzt hat sie sich entschieden, die letzte Lebensphase selbst in die Hand zu nehmen: mit einem neuen Projekt, einem eigenen kleinen Laden. Über ihre Krankheit redet sie ganz offen. Der Tod als Tabu - in England soll damit jetzt Schluss sein. Immer mehr Bürger kümmern sich darum, das Sterben ins Bewusstsein zu holen und in den Alltag zu integrieren. London erlebt gerade einen Boom der sogenannten "Death Cafés". Dort treffen sich Menschen zum Tee, um mit Fremden über den Tod zu sprechen. Im südenglischen Plymouth werden Sterbende mit einer Vielzahl von Unterstützungsangeboten umsorgt und wieder aus den Krankenhäusern und Hospizen zurück in die Familien gebracht. Die Stadt ist wie 140 Städte weltweit eine "Caring Community", zu Deutsch "Sorgende Gemeinde" und verfolgt ein zukunftsweisendes Konzept. Das schwäbische Heidenheim ist die erste "Caring Community" in Deutschland. Nachbarn schließen so genannte Wahlverwandtschaften und helfen sich gegenseitig. Wer sich gut kennt, sorgt dann auch am Lebensende füreinander. Denn Sterben beginnt dort, wo Menschen leben, lieben und arbeiten, alt werden, trauern und mit ihrer Endlichkeit zurechtkommen müssen: zu Hause. Die Beschäftigung mit dem Tod "zu Lebzeiten" kann ein Gewinn sein. Deshalb zimmert eine Gruppe Interessierter im niedersächsischen Kirchlinteln gemeinsam einen Sarg. Dabei über Gott, die Welt und den Sensenmann reden, auch das hilft, Tod und Trauer wieder mehr in den Alltag zu integrieren. - 35 Minuten - Reportagemagazin, D 2018

Donnerstag, 18.10.2018 - 20:15, 3Sat
Klasse Lehrer?

Für den Schulerfolg ist vor allem der Lehrende wichtig. Umfassende Studien haben herausgefunden, dass eine gute Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden der wichtigste Faktor für den Lernerfolg ist - dabei aber Lehrer ihr Verhalten und ihren Unterricht viel zu selten hinterfragen. Der Reporter Johan von Mirbach trifft Pädagogen und wirft einen kritischen Blick auf die Ausbildung. - 45 Minuten - Dokumentation, D 2018

Samstag, 20.10.2018 - 17:35
plan b: Lebenswert bis zum Ende - Vom anderen Umgang mit dem Tod

Jeder zweite Deutsche stirbt im Krankenhaus. Dabei ginge es auch anders: zu Hause, gut umsorgt und nicht allein. "plan b" zeigt, wie wir Sterben und Tod wieder mehr in unsere Mitte holen. Die 37-jährige Jana ist sterbenskrank, drei Chemotherapien hatten keinen Erfolg. Jetzt hat sie sich entschieden, die letzte Lebensphase mit einem neuen Projekt selbst in die Hand zu nehmen: ein eigener kleiner Laden. Über ihre Krankheit redet sie ganz offen. Der Tod als Tabu - in England soll damit jetzt Schluss sein. Immer mehr Bürger kümmern sich darum, das Sterben ins alltägliche Bewusstsein zu holen. London erlebt gerade einen Boom der sogenannten "Death Cafés". Dort treffen sich Menschen zu Tee und Kuchen, um mit Fremden über den Tod zu sprechen. Im südenglischen Plymouth werden Sterbende mit einer Vielzahl von Unterstützungsangeboten umsorgt und wieder aus den Krankenhäusern und Hospizen zurück in die Familien gebracht. Die Stadt ist, wie 140 Städte weltweit, eine "Caring Community", zu Deutsch "Sorgende Gemeinde", und verfolgt ein zukunftsweisendes Konzept. Im schwäbischen Heidenheim hat man viele Ideen aus England übernommen. Die Gemeinde ist die erste "Caring Community" in Deutschland. Nachbarn schließen sogenannte Wahlverwandtschaften und helfen sich gegenseitig. Wer sich gut kennt, sorgt dann auch am Lebensende füreinander. Denn Sterben beginnt dort, wo Menschen leben, lieben und arbeiten, alt werden, trauern und mit ihrer Endlichkeit zurechtkommen müssen: zu Hause. Die Beschäftigung mit dem Tod "zu Lebzeiten" kann ein Gewinn sein. Deshalb zimmert eine Gruppe Interessierter im niedersächsischen Kirchlinteln gemeinsam einen Sarg. Sägen, bohren, schrauben und dabei über Gott, die Welt und den Sensenmann reden - auch das hilft, um Tod und Trauer wieder mehr in den Alltag zu integrieren. Eine ähnliche Mission verfolgt der Künstler und Buchautor Dada Peng bei seinen Konzertlesungen. Mit Jugendlichen in Schulen diskutiert der Dortmunder über Sterben und Tod. - 30 Minuten - Dokureihe, D

Sonntag, 21.10.2018 - 17:30, ARD
Liebesheirat unerwünscht - Wenn der Bräutigam aus Indien kommt

An einer Party lernte Maria aus Weingarten den indischen Studenten Gabriel kennen und verliebte sich in ihn. Nach drei Monaten musste Gabriel in seine Heimat Bangalore zurückkehren. Seither führen die beiden eine Fernbeziehung, was Gabriels Eltern nicht gefällt, denn sie suchen selbst nach einer passenden Ehefrau für ihren Sohn. Gabriel möchte aber Maria heiraten, die er seit acht Jahren liebt. - 30 Minuten - Dokumentation, D 2018

Dienstag, 23.10.2018 - 20:15, Arte
Italien und die Populisten: Eine Gefahr für Europa?

Europa war nie stärker bedroht: Im Westen eröffnet Donald Trump den Handelskrieg, im Osten verstärkt Wladimir Putin den Druck. Jetzt nagen zudem im Innern Kräfte am europäischen Konstrukt. Italien, die drittgrößte europäische Wirtschaftsmacht und immerhin EU-Gründungsmitglied, wird von Unionsgegnern regiert.Nach den Parlamentswahlen in Italien im März 2018 fanden mit der rechtsextremen Lega und der systemkritischen Fünf-Sterne-Bewegung zwei sehr unterschiedliche Bündnispartner zusammen. Ihren Sieg verdankten beide Parteien recht sonderbaren Versprechungen: Mateo Salvini (Lega) wollte die Steuern senken, Luigi Di Maio (Fünf Sterne) träumte vom bedingungslosen Grundeinkommen. Beide eint ein gemeinsamer Gegner: die Europäische Union, in Zeiten von Korruption, Wirtschaftsflaute und Flüchtlingskrise ein lukrativer Sündenbock "Vox populi, vox dei" gibt denen das Wort, die heute Geschichte schreiben. Regierungs- und Oppositionspolitiker, gegen Korruption kämpfende Staatsanwälte, renommierte Schriftsteller und Regisseure erklären die komplexen Hintergründe dieser seltsamen Koalition. Auf ihrer Reise von Norden nach Süden entdeckten die Filmautoren ein gemartertes Italien, das wenige Monate vor den Europawahlen in einen absurden Konkurrenzkampf mit Brüssel tritt. Und die Union damit nur noch mehr schwächt. - 55 Minuten - Dokumentation, F 2018 - Regie: Philippe Levasseur 

Dienstag, 30.10.2018 - 22:15, ZDF
37 Grad: Zwischen Heimweh und Harry Potter
Schuluniform, strenge Regeln, kaum Privatsphäre: Alltag an britischen Internaten. Und doch ziehen sie immer mehr deutsche Schüler an. Das britische Privatschulsystem gilt als Garant für eine gute Ausbildung. Die Reportage begleitet drei Jugendliche durch ein Schuljahr: Kai, Max und Hannah besuchen das britische Scarborough College.  - 30 Minuten - Dokumagazin, D 2018

Dienstag, 30.10.2018 - 23:45, ARD
Facebook außer Kontrolle
Wenn Facebook ein Land wäre, wäre es das bevölkerungsreichste Land der Erde. Rund 2,2 Milliarden Nutzer loggen sich derzeit mindestens einmal pro Monat bei Facebook ein. 14 Jahre nach der Gründung in Mark Zuckerbergs Collegezimmer hat sich das Netzwerk zu einer Weltmacht entwickelt mit beispiellosen Möglichkeiten, seine Nutzer ganz gezielt zu erreichen - mit Werbung, aber auch mit Meinungen. 2018 ist ein Superwahljahr in Europa. Auch in Deutschland finden zwei Landtagswahlen statt, die schon lange im Voraus von tiefgreifenden gesellschaftlichen Debatten begleitet werden. Welchen Einfluss hat Facebook auf den politischen Diskurs? Welche Rolle spielen dessen Algorithmen, die massenhafte Verbreitung und Priorisierung von echten Nachrichten und "Fake News"? Wie nutzen Parteien das soziale Netzwerk? Wer entscheidet, was gepostet werden darf? Wird der US-Konzern Facebook zum weltweiten Schiedsrichter über Wahrheit und Unwahrheit? Zum Richter über Meinungsfreiheit und deren Grenzen, über Anstand und Gewalt? Die Vielzahl der Nutzer, die in Echtzeit gezielt erreicht werden können, birgt sozialen Sprengstoff, ebenso die Qualität, die Tiefe und die Genauigkeit der Daten, die über jeden einzelnen Nutzer gesammelt werden. Was passiert, wenn diese Daten in falsche Hände geraten, hat sich in den vergangenen Jahren gezeigt: Gezielte Wahlbeeinflussung in den USA, Lynchjustiz in Indien, Massenvergewaltigungen in Myanmar. Wann hat die Führungsspitze bei Facebook in Kalifornien erstmals davon erfahren? Was wurde intern dagegen unternommen? Und warum nach außen so lange geschwiegen? Mit Dutzenden Insider-Interviews mit Facebook Managern und mit bislang unveröffentlichtem Archivmaterial zeichnet die Dokumentation nach, wie Facebook mit Vorfällen und Vorwürfen von Daten- und Machtmissbrauch umging, während es rasant die Welt eroberte. Welche Debatten wurden geführt, welche Maßnahmen ergriffen, welche Konsequenzen gezogen? Es sind unbequeme Fragen für Facebook, je mehr bekannt wird, wie systemisch die Probleme des Netzwerkes sind. Und unbequeme Fragen für die westlichen Demokratien. Wenn eine derartige Machtkonzentration in privatwirtschaftlicher Hand mittels Daten und Algorithmen kontrolliert, was wir sehen und zu wissen glauben, übersteigt sie dann nicht jede Macht einer gewählten Regierung? Die mehrfache Pulitzer-Preisträgerin Dana Priest recherchierte mit James Jacoby in den USA. In Deutschland arbeiteten die NDR Investigativjournalisten John Goetz und Barbara Biemann an dieser internationalen Koproduktion mit PBS Frontline. So gelang es, beispiellosen Zugang zum inneren Führungskreis von Facebook zu bekommen und auch speziell deutsche Themen in diese Dokumentation aufzunehmen. - 90 Minuten - Dokumentation, D 2018

Dienstag, 30.10.2018 - 22:25, 3Sat
Ab 18! - See you
Der Film taucht in die besondere Wahrnehmungswelt der 23-jährigen Jurastudentin Mara ein, die im Alter von 15 Jahren erblindet ist. Mit großer Energie und Lebensfreude gelingt es Mara, sich in der von Sehenden dominierten Alltagswelt souverän zu bewegen. Das Dokumentarfilm-Porträt aus der Reihe "Ab 18!" zeigt, was es für die junge Frau bedeutet, gleichberechtigt mithalten zu können. Ein wichtiger Begleiter für Mara ist ihr Blindenhund Camelot, aber auch eine Vielzahl an technischen Hilfsmitteln, die heute verfügbar sind. Und nicht ohne Grund hat sie sich als Studienort die Stadt Marburg ausgewählt, deren barrierefreie Angebote, vor allem für Blinde, beispielhaft sind. Was es aber dennoch für Mara bedeutet, im ganz banalen Alltagsleben gleichberechtigt mithalten zu können - sei es in ihrem Jurastudium, beim Kinobesuch mit Freundinnen oder den Vorbereitungen zu ihrer Hochzeit - das erzählt der Dokumentarfilm von Sobo Swobodnik in einer besonderen filmischen Form, die dem sehenden Zuschauer Maras Wahrnehmung ihrer Umwelt vermittelt. In präzisen Beobachtungen von Alltagsmomenten zeigt Swobodnik auch die vielen kleinen zusätzlichen Leistungen, mit denen Mara ihre fehlende Sehkraft kompensiert und die ihr wie selbstverständlich von der Hand gehen. Der Film wird von einem ausgefeilten Sounddesign des Musikers Elias Gottstein begleitet, das die große Bedeutung der akustischen (Um-)Welt in Maras Leben unterstreicht. - 30 Minuten - Dokumentation, D 2018

Dienstag, 30.10.2018 - 22:55, 3Sat
Ab 18! - Lolas Lieder
Berliner Impressionen einer Nachtpflanze, die auch durch den Tag kommen muss: Lola ist auf dem Sprung in die Club-Szene, wofür sich ein Leben ohne viel Schlaf unbedingt lohnt. Lolas Liebe gilt Techno, exzessivem Tanzen, ihrer DJ-Freundin Jana, mit der sie gemeinsam auflegt, und ihrem Freund Lucio, der ihr bei den permanenten Umzügen hilft. - 30 Minuten - Dokumentation, D 2018 

Dienstag, 30.10.2018 - 23:25, 3Sat
Ab 18! - Mein letztes Video
Seit seinem 13. Lebensjahr veröffentlicht Anton (21) auf YouTube Videotagebücher. Bis zu einer halben Million Abonnenten verfolgen seine Clips, doch jetzt soll damit Schluss sein. Gerd Breiter und Andreas Bolm haben ein Porträt über einen jungen Mann gedreht, der in seiner Welt ein Star ist und für einen Neustart alles aufzugeben bereit ist. Ein Film über ein Leben "under construction", das über Jahre perfekt ausgeleuchtet war. Anton ist YouTuber, ein Star der Szene, Projektionsfigur für viele meist jugendliche Follower. Unter dem Künstlernamen "Reyst" veröffentlicht er seit Jahren Videotagebücher. Für seinen Blog hat Anton alles auf eine Karte gesetzt. Er schmiss die Schule und machte sein Leben zum Content für andere. Bis zu einer halben Million Abonnenten sehen sich mittlerweile seine Clips an. Anton verdient gut, reist viel und wird umworben von Agenturen, die an seiner Popularität mitverdienen wollen.Doch jetzt, mit 21, soll Schluss sein mit YouTube. Anton plant den Ausstieg. Blockbuster statt Blog: Ihm schwebt eine eigene Fantasy-Serie vor. Mit einem letzten Video will er sich aus seiner alten Karriere verabschieden, um eine neue zu starten. "Träume sind da, um verwirklicht zu werden. Du kannst alles, wenn du es wirklich willst", so sein Credo. Und so führt ihn eine seiner letzten Reisen als "Reyst" konsequenterweise nach Hollywood. Ein für ihn inspirierender Ort, der ihn in die Vorbereitungen zu seinem ersten Filmprojekt trägt. Wieder zu Hause, startet Anton die Dreharbeiten zu einem Trailer für seine Fantasy-Serie, die er per Crowdfunding realisieren will.Die beiden Filmemacher Andreas Bolm und Gerd Breiter haben Anton bei seiner Reise in die Traumfabrik und seinen Dreharbeiten begleitet. In ihrem Dokumentarfilm spüren sie sowohl der Person Anton hinter der Persona "Reyst" nach als auch dem Phänomen seines Erfolgs als Influencer. Dabei trieb sie die Frage an: "Wie filmt man jemanden, der es zu seinem Job gemacht hat, sich selbst zu filmen?" - 30 Minuten - Dokumentation, D 2018 

Mittwoch, 31.10.2018 -  20:15, 3Sat
Exodus? Eine Geschichte der Juden in Europa

Der Historiker Christopher Clark begibt sich auf der Suche nach den Spuren jüdischer Geschichte auf eine Reise von Jerusalem zu den Zentren jüdischen Lebens in Europa. Nach der Zerstörung des jüdischen Tempels durch die Römer und dem Verlust der Heimat wird die Tora, die Heilige Schrift, zum Zentrum jüdischer Identität auf der Wanderschaft. Sie wird "zum portativen Vaterland", wie Heinrich Heine sagte, eine Heimat zum Mitnehmen. Mit Christopher Clark unternimmt der Film eine Reise zu den Zentren jüdischen Lebens in Europa. Als das Römische Reich im 4. Jahrhundert christlich wird, siedeln Juden schon überall auf dem Kontinent. Vor allem in Sepharad, der Iberischen Halbinsel, und in Aschkenas - hebräisch für die deutschsprachigen Länder. Viele Herrscher, auch Karl der Große, stellen jüdische Bewohner als gleichwertige Bürger unter ihren Schutz. Zwei Dinge tragen dazu bei, dass diese Haltung im Verlauf des Mittelalters in offene Feindseligkeit umschlägt. Zum einen das Entstehen von christlichen Handwerkszünften, zu denen Juden nicht zugelassen sind. Zum anderen das Zinsverbot für Christen, das es untersagt, anderen Christen gegen Zinsen Geld zu verleihen. Aus den meisten Berufen per Gesetz verdrängt, nutzen Juden häufig diese Nische und werden Geldverleiher. So kommt das Feindbild vom "geldgierigen Juden" in die Welt. Zur großen Zäsur für die Juden Europas werden die Kreuzzüge. Beim Durchzug der Kreuzfahrerheere kommt es zu schweren Judenverfolgungen in Frankreich und Deutschland. Es sind die ersten organisierten Pogrome des Abendlandes. Trotz aller Schutzbemühungen der Kaiser verschlimmert sich die Lage der Juden in Zentraleuropa. Gründe, die Juden zu verfolgen, gibt es aus christlicher Perspektive genug: Die Juden gelten als Christus-Mörder. Sie assimilieren sich nicht und halten stattdessen an ihrer Religion fest. Immer häufiger müssen sie als Blitzableiter für Krisensituationen herhalten. Vor allem, als 1347 die Pest ausbricht, die innerhalb von knapp zehn Jahren ein Drittel der europäischen Bevölkerung dahinrafft. Angeblich haben Juden die Brunnen vergiftet. Ein tödliches Gerücht. Es hat die größte Verfolgungs- und Vernichtungsaktion in der Geschichte der Juden vor der Schoah zur Folge. 1492 werden die sephardischen Juden aus Spanien vertrieben. Sie ziehen unter anderem in den Maghreb und das Osmanische Reich. Die meisten Aschkenasim suchen in Polen Schutz, wo bald mehr als zwei Drittel aller europäischen Juden leben. In Krakau, Lublin, Lemberg, Vilnius gründen sie ihre Schtetl, in denen sich die typisch osteuropäisch-jüdische Kultur herausbildet. Aber die Mehrheit der Juden ist im 18. Jahrhundert arm. Die Ghettos sind überfüllt. Hoffnung auf Besserung für die Lage der jüdischen Mehrheit bringt die Französische Revolution mit ihren Ideen von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Die alte Feudalgesellschaft und ihre Zunftzwänge lösen sich auf. Der große Dichter der Aufklärung, Gotthold Ephraim Lessing, wagt es 1783 zum ersten Mal in der Geschichte des deutschen Theaters, die Figur eines "edlen Juden" auf die Bühne zu stellen: Nathan der Weise. Auch das Judentum selbst wird von den Idealen der Aufklärung erfasst, wie das Beispiel des Philosophen Moses Mendelssohn zeigt. Den einen gilt er als Vorreiter einer jüdischen Emanzipation, den anderen als Verräter an der Religion und traditionellen Lebensweise. Damals kommt es zu einer Aufspaltung des Judentums. In Abgrenzung zu den "Reformjuden" leben Orthodoxe weiter ein Leben, in dessen Zentrum die Tora steht. Bis heute leben in der ganzen Welt Nachkommen dieser auf Tradition und die Ursprünge hin orientierten orthodoxen Juden. Die Emanzipation der Juden, das heißt, die Abschaffung antijüdischer Gesetze, die sich nach den Napoleonischen Kriegen auch in Deutschland langsam durchsetzt, erzeugt neue Konflikte. Viele Bürger fürchten die Konkurrenz durch die Juden, die jetzt erstmals Zugang zu allen Berufen und Ämtern haben. - 90 Minuten - Dokumentation, D 

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