TV-Tipps - Evangelische Medienzentrale

Evangelische Medienzentrale

Angebote und Themen

Herzlich Willkommen! Entdecken Sie, welche Angebote des Dekanates Beispiel zu Ihnen passen. Über das Kontaktformular sind wir offen für Ihre Anregungen.

AngeboteÜbersicht

Evangelische Medienzentrale Frankfurt

Menümobile menu

TV-Tipps für Januar

Sonntag, 19.01.2020 - 17:30, ARD
Kleiner Wohnen! - Neuanfang in der Rente

Von 280 auf 15 Quadratmeter, das ist der Plan von Antonie Neumann (67). Nach 40 glücklichen Jahren in ihrem großen Haus mit Garten möchte sie sich verkleinern und bis Ende des Jahres in ein winziges Tiny House ziehen: "Wozu den ganzen Raum für mich allein jetzt? Ich will mich verkleinern, bevor das Haus, das ich so liebe, für mich zur Belastung wird. Ich merke, dass meine Energie nachlässt. Ich bin jetzt noch fit und habe noch die Kraft, mich von all dem, was mich bisher begleitet hat, zu trennen - um alles jetzt loszulassen, bevor ich es muss. Und in einem 15-Quadratmeter-Tiny-House brauche ich mich um wenig zu kümmern!" Auch Renate Fust (68) möchte aus ihrer Wohnung raus. Sie sucht einen Platz in einer 65-plus-Wohngemeinschaft: "Die Hälfte meiner Rente geht für die Miete drauf. So bleibt mir kein Geld übrig für Urlaub, für Notfälle oder um mich ein Minimum zu verwöhnen. Außerdem belastet mich das Alleinleben von Tag zu Tag mehr. Ich vermisse Gemeinschaft, Austausch und Geborgenheit". Renate Fust macht sich auf die Suche nach einer WG und wird fündig. In der Alters-WG von Karl-Heinz Eberhardt (70) und Ingrid Callies (79) ist ein Zimmer frei geworden, sie suchen eine neue Mitbewohnerin. Werden die drei zusammenfinden? Ist es möglich, im Alter auf all das zu verzichten, was man ein ganzes Leben lang liebgewonnen hat? Das bedeutet, nicht nur Möbel, Kleider und Wohnraum loszulassen, sondern womöglich auch Vorlieben und Eigenheiten. Wie tolerant kann und will man sein mit 65 plus? - 30 Minuten - Reportagemagazin, D 2019

Dienstag, 21.01.2020 - 22:15, ZDF
37 Grad: Nur Haut und Knochen - Wenn Männer magersüchtig sind

Essstörungen gelten als Frauenkrankheit. Doch mindestens jeder zehnte Betroffene ist ein Mann. Elija (19) und Markus (32) wollen aus ihrer Magersucht heraus. Gelingt ihnen das? Magersucht bei Männern: Das gibt es eigentlich nicht. Das haben 14-jährige Mädchen, die aussehen wollen wie Heidi Klum. Meist bricht die Magersucht in der Pubertät aus, aber auch Erwachsene sind betroffen. Markus war 26, als es mit dem gefährlichen Hungern losging. Er studierte in Münster, wollte Lehrer werden, als er mit Ausdauersport begann, um muskulöser auszusehen. Parallel dazu wollte er sich gesünder ernähren. Was als Hobby begann, wurde in kürzester Zeit zu einem Zwang. Er konnte nicht mehr aufhören zu hungern, zu joggen. Alles drehte sich nur ums Nichtessen. Markus magerte auf 38 Kilogramm ab, bei einer Größe von 1,94 Meter, und wäre fast gestorben. Entgegen aller Prognosen der Ärzte hat er überlebt. Nach seinem letzten langen Krankenhausaufenthalt in der Uniklinik Bochum und einem Jahr intensiver Therapie in einer Wohngemeinschaft darf er in eine Therapiewohnung umziehen. Dort muss er sich selbst versorgen und das Alleine-Leben üben, ist aber in engem Kontakt mit einem Ernährungsbetreuer und Therapeuten. Der 32-Jährige will sein Leben zurück, weiter zunehmen, wieder reisen, Freunde treffen, irgendwann auch wieder arbeiten. Wird er allein klarkommen? Warum manche Menschen an einer Essstörung erkranken und andere nicht, kann bis heute nicht vollständig beantwortet werden. Inzwischen weiß man zumindest, dass mehrere Faktoren eine Rolle spielen: Gene, Hormone, psychische Probleme und gesellschaftliche Einflüsse. Der 19-jährige Elija aus der Nähe von Siegen war 16, als er Instagram und YouTube für sich entdeckte. Heute weiß er, dass die Fotos und Videos ein Idealbild entworfen haben, das für ihn als sportlichen, aber kräftig gebauten Jungen eigentlich nicht zu erreichen war: "Ich hatte vorher kein Schönheitsideal von Männern oder Jungen. Das fing erst an, sich zu entwickeln. Und für mich war es dann 'muskulös und dünn'. Und beim nächsten Essen, beim nächsten Gang ins Fitnessstudio übernimmt man das, und dann merkt man nach einiger Zeit, oh, es funktioniert echt." Elija trainiert jeden Abend im Fitnessstudio, später auch noch morgens vor der Schule und manchmal sogar in den Freistunden. Parallel dazu isst er immer weniger, wird immer schwächer. Und macht dennoch weiter, quält sich an den Maschinen im Studio. Bis er bei einem Sportfest in der Schule, auf das er sich sehr gefreut hat, merkt, dass er gar keine Kraft mehr hat. Das bringt die Wende. "37°" begleitete Elija und Markus ein Dreivierteljahr bei ihrem Versuch, wieder gesund zu werden. - 30 Minuten - Dokumagazin, D 2020

Dienstag, 21.01.2020 - 19:40, Arte
Re: Die Tourismus-Pleite - Was kommt nach Thomas Cook?

Im Fokus des Reportagemagazins steht Europa. In jeder Sendung wird über ein europäisches Thema, einen außergewöhnlichen Menschen und seine Geschichte oder ein europäisches Projekt berichtet. - 35 Minuten - Reportagemagazin, D 2019

Dienstag, 21.01.2020 - 20:15, Arte
1944: Bomben auf Auschwitz?

Rudolf Vrba und Alfred Wetzler waren Lagerinsassen im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Beide hatten durch ihre Funktionen detailliertes Wissen über die Mechanismen der Massenvernichtung: Wetzler musste als Lagerregistrar alle Besitztümer der Neuankömmlinge wie Kleidung oder Schmuck registrieren. Aus diesem Grund wusste er, wie viele Menschen täglich im Lager ankamen. Seine Deutschkenntnisse erlaubten ihm außerdem, Gesprächen der Wachmänner zu folgen. Wetzler und Vrba gelang die Flucht. Was sie dem slowakischen Judenrat aus dem deutschen Vernichtungslager berichteten, floss in einen detaillierten Report, der das Ausmaß der von den Nazis betriebenen "Endlösung" verdeutlichte, später bekannt geworden als die "Auschwitz-Protokolle". Ihr Bericht wurde dem von US-Präsident Roosevelt gegründeten War Refugee Board übermittelt: Zwischen den Alliierten entbrannte daraufhin eine heftige Debatte, wie sie den Massenmord in Auschwitz verhindern könnten. Aus dem Bericht war bekannt, dass sich die Nazis auf die Ermordung von 800.000 ungarischen Juden vorbereiteten. Es musste also gehandelt werden. Eine Option war, die neu gebaute Bahnlinie Kosice-Presov in Richtung Auschwitz zu bombardieren - oder das Lager selbst. Briten und Amerikaner hielten eine Bombardierung des Lagers für falsch. Alle verfügbaren Kräfte wurden für die Landung in der Normandie mobilisiert - dies sei der beste Weg, die Nazis zu schlagen und so die europäischen Juden zu retten. Für manche war das Versäumnis, Auschwitz zu bombardieren, moralische Feigheit. Andere hielten eine Bombardierung unter möglicher Inkaufnahme Tausender unschuldiger Toter für inakzeptabel. - 95 Minuten -  Dokumentation, GB 2019 - Regie: Mark Hayhurst

Dienstag, 21.01.2020 - 21:50, Arte
Medizinversuche in Auschwitz - Clauberg und die Frauen von Block 10

Im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau versuchte der Kieler Gynäkologe Carl Clauberg im Auftrag von Reichsführer-SS Heinrich Himmler, hunderte Mädchen und Frauen zu sterilisieren. Viele starben sn den Folgen der menschenverachtenden Experimente. Die letzten Überlebenden, inzwischen hochbetagt, erzählen in der Dokumentation von den schrecklichen Erfahrungen, die sie im Lager gemacht haben. - 50 Minuten - Dokumentation, D 2019 - Regie: Sonya Winterberg 

Samstag, 25.01.2020 - 19:20, 3Sat
Die Zeugen - Eine Reise zu den letzten Überlebenden des Holocaust

Die Dokumentation begleitet die Journalistin Alexandra Föderl-Schmid und den Fotografen Konrad Rufus Müller bei der Entstehung ihres Buches über die letzten noch lebenden Opfer des Holocaust. Jeder der fünf Überlebenden verarbeitet seine schrecklichen Erlebnisse von damals anders. Manch einer gar nicht. So unterschiedlich ihre Gesichter sind, so unterschiedlich sind auch ihre individuellen Lebensgeschichten und Traumata. Alexandra Föderl-Schmid ist seit 2017 Israel-Korrespondentin der "Süddeutschen Zeitung" und durch ihre Arbeit erfahren im Umgang mit Opfern des NS-Regimes. Konrad Rufus Müller porträtiert seit einem halben Jahrhundert unter anderem Persönlichkeiten der Politik, wodurch er sich als "Kanzlerfotograf" einen Namen gemacht hat. Für ihn sind es die ersten Begegnungen mit Holocaustüberlebenden. Sie werden für ihn auch zu einer emotionalen Herausforderung. Im Fokus dieser Dokumentation steht neben der Reise zu den Überlebenden auch die persönliche Motivation der Journalistin und des Fotografen. Alexandra Föderl-Schmid führt die Gespräche und schreibt die Texte. Konrad Rufus Müller macht anschließend Porträtfotos der Interviewpartner und versucht, deren Seele fotografisch einzufangen. Ihre Reise führt Alexandra Föderl-Schmid und Konrad Rufus Müller nach Israel, Deutschland und Österreich. - 40 Minuten - Dokumentation, D 2019

Montag, 27.01.2020 - 15:05, ZDF
ZDF spezial - Gedenken in Auschwitz - 75. Jahrestag der Befreiung

Am 27. Januar 2020 jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zum 75. Mal. Das ZDF überträgt die offizielle Gedenkstunde aus Auschwitz live. Dazu werden Staats- und Regierungschefs aus aller Welt erwartet, Auschwitz-Überlebende halten die Reden. Das "ZDF spezial" wird moderiert von Andreas Klinner. - 115 Minuten

Montag, 27.01.2020 - 22:15, ZDF
Die Kinder von Windermere

Packender Film nach einer wahren Geschichte über 300 Kinder, die den Holocaust überlebt haben und 1945 nach England gebracht werden. Hier wird ihnen Hoffnung auf ein neues Leben gegeben. Nach ihrer Befreiung aus den Konzentrationslagern werden die jüdischen Kinder an den Lake Windermere gebracht. Der deutsche Psychologe Oscar Friedmann betreut die Kinder dort einen Sommer lang, und sie lernen, mit ihren schlimmen Erfahrungen umzugehen. Der Film trifft einen durchweg positiven Ton und rückt eine kleine Gruppe 13- bis 17-Jähriger in den Mittelpunkt: Arek Hershlikovicz, Ben Helfgott, Ike Alterman, Sala Feiermann, Salek Falinower und Sam Laskier. In einer geschützten Umgebung wird den traumatisierten Kindern wieder ein normaler, angstfreier und lebensbejahender Alltag gelehrt. Die Kinder lernen wieder, was es heißt, genug zu essen zu haben und allein in einem Zimmer zu schlafen. Außerdem lernen sie Englisch und bereiten sich mithilfe des einfühlsamen Trainers Jock Lawrence auf ein Fußballspiel mit den Einwohnern des Dorfes vor. Jedoch ist die Vergangenheit immer präsent, und einige erfahren erst in England, dass ihre Familie vollständig ausgelöscht wurde. In Windermere lernen sie wieder, was es heißt, zu leben und wie viel Glück sie hatten, die Schrecken des Lagers zu überstehen. Zentrale erwachsene Figur ist der Psychologe Oscar Friedmann, der eine Art Vaterfigur für viele der Jugendlichen wurde und dessen Ziel es war, den jungen Heranwachsenden beim Bewältigen ihrer Erfahrungen zu helfen. - 90 Minuten - Drama, GB, D 2020 - Regie: Michael Samuels

Montag, 27.01.2020 - 23:45, ZDF
Die Kinder von Windermere - Die Dokumentation

In der Dokumentation zum Film "Die Kinder von Windermere", über Jugendliche, die bei Kriegsende aus KZs der NS-Zeit nach England gebracht wurden, erzählen Überlebende ihre Geschichte. "Wir kamen aus der Hölle in den Himmel", erinnert sich Sam Laskier. Er war einer der 300 jungen Juden verschiedenster Nationalitäten, die sich nach der Befreiung der Konzentrationslager durch die Alliierten im englischen Windermere erholen sollten. In der idyllischen englischen Landschaft rund um den See von Windermere fanden die Kinder eine erste neue Heimat. Mit psychologischer Unterstützung sollten sie lernen, ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten. Einige der letzten noch Lebenden des Kindertransportes berichten in sehr persönlichen Statements von ihren Erfahrungen. Wie andere, die sein Schicksal teilten, schildert Arek Hersh in der Dokumentation, was der Neuanfang für ihn bedeutete: "Ich begann wieder, mich als ein menschliches Wesen zu fühlen." Der therapeutische Umgang mit den traumatisierten Kindern beeinflusste die Entwicklung der Kinderpsychologie weltweit. Auch deshalb ging das "Windermere-Projekt" in die Geschichte ein. - 45 Minuten - Dokumentation, D 2020 

Montag, 27.01.2020 - 19:40, Arte
Re: Konservatoren in Auschwitz - Arbeiten gegen das Vergessen
Agnieszka Tanistra-Rózanowska und ihr Team arbeiten seit Wochen an Baracke 124. 75 Jahre nach der Befreiung des ehemaligen KZs Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee verfallen die rund 150 Gebäude und Anlagen zunehmend. Auch die persönlichen Gegenstände der ehemaligen Häftlinge sind vom Verfall bedroht. Ein Team von Spezialisten soll das verhindern, damit die Erinnerung an die Opfer des Holocausts wachgehalten wird. Die Arbeit an diesem Ort des Grauens stellt die Restauratoren jedoch vor besondere Herausforderungen. Es ist eine Arbeit gegen das Vergessen und ein Wettlauf mit der Zeit. - 35 Minuten - Reportagemagazin, D 2019

Montag, 27.01.2020 - 20:15, Arte
Lauf Junge lauf

Im Alter von neun Jahren gelingt dem kleinen Srulik als einzigem Mitglied seiner Familie die Flucht aus dem Warschauer Ghetto in die nahegelegenen Wälder. Dort muss er sich bis zum Ende des Krieges mehr oder weniger alleine durchschlagen. Die wenigen Freunde, die Srulik findet, bleiben ihm nicht lange erhalten. Er lebt so einige Monate bis zum Einbruch des Winters von Waldfrüchten, erjagten Kleintieren und kleinen Beutezügen durch die Gärten umliegender Bauernhöfe. Die Einsamkeit, der anhaltende quälende Hunger und der kalte Winter treiben ihn immer wieder in die Dörfer, wo ihm ständig Verrat droht. Aber Srulik hat Glück und wird einige Zeit von einer Bäuerin versteckt, vor allem aber mit einer neuen Identität versorgt: Aus dem flüchtigen Juden Srulik macht sie das versprengte polnische Waisenkind Jurek, das christliche Gebete kennt und ein Kruzifix um den Hals trägt. Doch Jurek bleibt ein Gejagter und das bis zum Ende des Krieges. - 100 Minuten - Drama, D, F, PL 2014 - Regie: Pepe Danquart - FSK: 12 
Diesen Film können Sie unter www.medienzentralen.de/medium28171/Lauf-Junge-lauf im Medienportal ausleihen. 

Dienstag, 28.01.2020 - 20:15, ZDF
Ein Tag in Auschwitz

Die Todesfabrik Auschwitz sollte ihre "Effizienz" 1944 noch steigern. Täglich starben Tausende Juden. Was die Opfer erlebten und die Täter antrieb, zeigen erschütternde Zeugnisse. Vor 75 Jahren, am 27. Januar 1945, befreite die Rote Armee Auschwitz. Der Ort gilt heute als Synonym für den Holocaust. Der Film erzählt aus Sicht der Opfer und einiger Täter von einem Tag in Auschwitz im Mai 1944 - auch an diesem Tag war der Massenmord Routine. Ausgangspunkt für den Film ist ein einzigartiges Dokument, das sich in der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem befindet: ein Fotoalbum von Auschwitz, angelegt von den SS-Tätern selbst. Fast alle Fotos darin entstanden Ende Mai 1944, an nur wenigen Tagen. Sie zeigen die grausame Routine im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau: die Ankunft der jüdischen Opfer in vollgepackten Viehwaggons, ihre "Selektion" auf der Rampe in Arbeitsfähige und Todgeweihte, den Raub ihres Eigentums und die Verwandlung all derer, die nicht gleich getötet wurden, in kahl rasierte, uniformierte Arbeitssklaven. Die Fotos sind authentische Momentaufnahmen des Verbrechens. Sicher ist: Die meisten Menschen auf den Bildern sind wenige Stunden nach der Aufnahme tot, ermordet. Doch von denen, die Ende Mai 1944 in Auschwitz eintrafen, überlebten einige wenige. Eine von ihnen ist die heute 88-jährige Irina Weiss, die sich im Interview erinnert, wie sie als 13-Jährige auf der Rampe von Auschwitz stand und ihrer kleinen Schwester hinterherblickte, die - von ihr getrennt - in den Tod geschickt wurde. Auf einem Foto erkennt Irina Weiss ihre kleinen Brüder und ihre Mutter - ahnungslos wartend, in der Nähe des Krematoriums, in dem sie kurz darauf umgebracht werden. Die SS-Fotografen hielten all dies fest. Hatten sie kein Mitleid, wenigstens mit den Kindern, war es für sie ganz normale "Arbeit"? So dreht sich der Film auch um das Psychogramm der Täter, zu denen die Fotografen des Auschwitz-Albums zählen. Ihre Identität ist heute bekannt: Einer von ihnen war Bernhard Walter, ein Stabsscharführer der SS, der mit Frau und drei Kindern in der Nähe des Vernichtungslagers wohnte. Die Autoren suchen nach Antworten auf die immer noch beklemmende Frage, was scheinbar "ganz normale Männer" zu willigen Helfern einer Mordmaschinerie macht. Die Dokumentation fokussiert einen "typischen" Tag in Auschwitz, Ende Mai 1944. Doch sie beleuchtet auch verschiedene Wege, die Opfer, aber auch Täter nahmen, bevor sie in das Konzentrations- und Vernichtungslager kamen. Authentische Fotos, Zeichnungen von KZ-Häftlingen, aber auch Selbstzeugnisse der Lager-SS werden filmisch und grafisch in die 90-minütige Dokumentation eingefügt, Schauplätze auf den Fotografien mit Orten der Gedenk-Anlage heute abgeglichen, der Weg durch den Tag vor Ort rekonstruiert - in den geschichtlichen Kontext gestellt und durch Zeitzeugen und Historiker gedeutet. - 90 Minuten - Dokumentation, D 2019

Dienstag, 28.01.2020 - 22:15, ZDF
37 Grad: Wir ticken anders - Leben mit Tourette

Unkontrollierte Zuckungen, merkwürdige Töne, manchmal obszöne Ausbrüche: Menschen, die die Krankheit Tourette haben, erregen Aufmerksamkeit, meist negative. Sie können ihre Ticks so wenig beeinflussen wie gesunde Menschen einen Niesanfall. Das Umfeld reagiert häufig irritiert. Betroffen sind in Deutschland schätzungsweise 40 000 Menschen, die Ursachen der Krankheit sind bis heute nicht gefunden. - 30 Minuten - Dokumagazin, D 2020

Dienstag, 28.01.2020 - 20:15, 3Sat
Das Tagebuch der Anne Frank

Von Frankfurt nach Amsterdam geflüchtet, muss sich die jüdische Familie Frank auch dort vor den Nazis verstecken. In einer Hinterhauswohnung schreibt die 13-jährige Anne ihre Gedanken in ein Tagebuch. Klug dokumentiert und kommentiert sie zwei Jahre lang die Ereignisse aus der Sicht eines intelligenten Teenagers in der Pubertät - immer in der Angst vor Entdeckung, immer in Angst um ihr Leben. - 125 Minuten - Drama, D 2016 - Regie: Hans Steinbichler - FSK: 12

Dienstag, 28.02.2020 - 22:20, 3Sat
Das Geheimarchiv im Warschauer Ghetto

Es ist eine der bemerkenswertesten und bislang unerzählten Geschichten des Holocaust: Die Geschichte des jungen Historikers Emanuel Ringelblum, der im Warschauer Ghetto ein Untergrundarchiv leitete, in dem Tagebücher und Fotos, NS-Verordnungen und jiddische Poesie versteckt wurden, um der Nachwelt ein authentisches Zeugnis zu geben vom Leben im Ghetto und den Verbrechen der NS-Besatzer. - 85 Minuten - Dokumentation, USA 2018 - Regie: Roberta Grossman - FSK: 12

Mittwoch, 29.01.2020 - 20:15, ARD
Nur eine Frau

Aynur, eine junge deutsche Frau mit türkisch-kurdischen Wurzeln, liebt das Leben und weiß genau, wie sie es leben möchte. Sie entflieht der Gewalt in ihrer Ehe und lässt sich auch von ihren Brüdern und Eltern nicht vorschreiben, was sie zu tun hat. Sie sucht sich und ihrem kleinen Sohn Can eine eigene Wohnung, macht eine Lehre, geht aus und lernt neue Freundinnen und Freunde kennen. Sie weiß, dass sie sich damit gegen die Traditionen ihrer Familie stellt und sich selbst in Gefahr bringt, doch ihr Drang nach Freiheit ist groß - bis die Beleidigungen und Drohungen ihrer Brüder immer ernster werden und es irgendwann zur Katastrophe kommt: Mitten in Berlin wird Aynur von ihrem Bruder Nuri auf offener Straße erschossen, als sie ihn arglos zur Bushaltestelle begleitet und Can nur wenige hundert Meter entfernt in der Wohnung schläft. Wie ist es zu dieser Tat gekommen? "Nur eine Frau" ist die Geschichte von Aynur Hatun Sürücü, deren Ermordung vor 15 Jahren, am 7. Februar 2005, für einen Aufschrei sorgte. - 90 Minuten - Drama, D 2019 - Regie: Sherry Hormann - FSK: 12

Mittwoch, 29.01.2020 - 20:15, 3Sat
Shalom Genossen - Juden in der DDR

1945: Fast sechs Millionen Juden wurden im Holocaust ermordet. Ein Wiederbeginn jüdischen Lebens in Deutschland scheint undenkbar. Und wird doch wieder möglich. In West- und Ostdeutschland. Gehen oder bleiben im Land der Täter? Nach Kriegsende ist das die zentrale Frage bei den überlebenden Juden. Der Film zeigt anhand verschiedener Biografien das ambivalente Verhältnis zwischen ostdeutschen Juden und der DDR auf. Siegmund Rotstein, 94, gehört zu den rund 3500 Juden, die sich in der Sowjetischen Besatzungszone ein neues Leben aufbauen. In Chemnitz gründet er mit anderen Überlebenden die Jüdische Gemeinde neu. Die stehen nach Kriegsende allesamt vor dem Nichts: Fast alle Synagogen sind zerstört. Eine Entschädigung für ihre Leiden während der Nazizeit lehnt die DDR zudem kategorisch ab. Der neu gegründete Staat Israel wird zum Feindbild erklärt. Schon bald stehen Juden im Arbeiter- und Bauernstaat unter Generalverdacht und werden von der Staatssicherheit bespitzelt. In der DDR ein religiöses Leben zu führen, bleibt für Juden stets eine Herausforderung. Stasiakten belegen: Seit den 1950er-Jahren werden Juden in der DDR intensiv bespitzelt. Viele werden von der Stasi als politisch unzuverlässig angesehen, weil sie im kapitalistischen Ausland im Exil waren, Kontakte in den Westen haben oder pro-israelisch eingestellt sind. Wie in christlichen Kirchen sitzen auch in den Jüdischen Gemeinden unter den Gläubigen Spitzel. Trotz SED-Mitgliedschaft der meisten Vorstandsmitglieder trauen Partei und Stasi den Gemeindevorständen nicht. Der Verdacht zionistischer Aktivitäten, die allen jüdischen Gemeinden unterstellt wird, lässt die Stasi regelmäßig aktiv werden. Ein Hort der Opposition, wie Teile der evangelischen Kirche, waren die jüdischen Gemeinden zur Wendezeit allerdings nie. - 45 Minuten - Dokumentation, D 2019  


Diese Seite:Download PDFDrucken

to top